Das Themenheft geht der Frage nach, was es heute bedeutet, „männlich“ zu sein. Denn: Wie alle Geschlechtlichkeiten sind auch Männlichkeiten nicht naturwüchsig oder unveränderlich. Sie sind historisch gewachsen, sozial und kulturell geprägt, geliebt, umkämpft – und damit gestaltbar.
Für Männer in ihrer Vielfalt stellt sich damit zunächst die Herausforderung, einen persönlich stimmigen Weg zu finden: für die eigene Identität, für Partnerschaft und Elternschaft, für Beruf, Freundschaften, den eigenen Glauben und gesellschaftliche Verantwortung.
Zugleich reichen Debatten um Männlichkeit weit über individuelle Fragen hinaus. In den letzten Jahren sind sie zu Kristallisationspunkten gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen geworden, die häufig emotional aufgeladen und ideologisch zugespitzt verlaufen. In Zeiten von Verunsicherung und Wandel gewinnen autoritäre Rollenbilder und Versprechen von Eindeutigkeit, Stärke und Ordnung offensichtlich
wieder an Attraktivität. Dies schadet am Ende Menschen aller Geschlechter – auch Männern.
Doch Debatten um Männlichkeit eröffnen immer auch positive Potenziale. Denn sie fragen zugleich: Was macht lebendig und resilient? Wie wollen wir Verantwortung teilen? Was stärkt Demokratie und Solidarität? Und welche Geschlechterverhältnisse
tragen zu einem gedeihlichen Miteinander aller bei?
In diesem Spannungsfeld bewegen sich auch die Impulse dieser Ausgabe. Es geht um Einstellungen junger Männer zu Gleichberechtigung oder Körperbildern und darum, was eine zugewandte Vaterbeziehung für Kinder und Jugendliche bedeuten kann. Sie erfahren mehr über aktuelle Konzepte der Männlichkeitsforschung und finden Anregungen und Materialien für die praktische Arbeit mit unterschiedlichen männlichen Zielgruppen. Die Themen reichen von Militarismus und Männlichkeit über geschlechtliche Vielfalt in der Arbeit mit Männern bis zu religiösen Männlichkeiten.
Download unter: https://www.gender-ekd.de/download/26_01_Stoffsammlung_M_-_Maennlichkeiten_im_Wandel.pdf